Wenn harten Männern Flügel wachsen – IDIOTS & ANGELS (2008)

Wenn harten Männern Flügeln wachsen, Granaten auf Städte fallen und machtgeile Menschen nach Ruhm und Geld streben, dann befindet Ihr Euch in der surrealen Welt von Bill Plymptons IDITOS & ANGELS.

INHALT:
Wenn der Wecker klingelt und die Vögel zwitschern beginnt ein neuer, sinnloser Tag an der Theke von „Bart’s Bar“. Angel ist ein missgelaunter Krawallmacher und ein notorisches Arschloch. Er schreckt vor keiner Auseinandersetzung zurück, geht zur Not über Leichen und behandelt Frauen wie fleischgewordene Lustobjekte seiner eigenen, perversen Fantasien.

Doch eines Tage ändert sich sein Leben vollkommen. Angel wacht auf und wird seinem Namen gerecht: kleine, zierliche Engelsflügel sind am Rücken des groben Raufbolds gewachsen. Als er sich bald darauf wegen diesen Flügeln dem Spot seiner Umgebung ausgesetzt sieht, beschließt er die Engelsflügel zu seinem Nutzen einzusetzen.

Die Flügel haben aber Ihren ganz eigenen Willen und zwingen den Egomanen zu guten Taten. Das kann Angel nicht akzeptieren und möchte seine göttlichen Zeichen schnell wieder loswerden, ohne zu ahnen, dass seinen Probleme jetzt erst richtig kompliziert zu werden…

FAZIT:
Der Film IDIOTS & ANGELS ist die zeichnerische Augenweide des begabten US-amerikanischen Animators Bill Plympton und wurde von Ex-Python und Erfolgsregisseur Terry Gilliam (RITTER DER KOKUSNUSS; 1975/ BRAZIL; 1985/ 12 MONKEYS; 1995) produziert. Mit einem tiefschwarzen Humor und einer schockierend gewalttätigen Darstellung der Handlung richtet sich Regisseur Plympton seit seinen Anfängen in den 1970er Jahren eher an ein erwachsenes Zielpublikum. Wer die 76 Minuten des Films bis zum Ende aushalten möchte, der braucht deswegen nicht nur einen Sinn für Kunst, sondern auch einen Hang für abnorme Gestalten und erschreckend eklig-realistische Bildern.

Zwar ist IDITOS & ANGELS kein Splatter und auch kein Horrorfilm, aber er ist ein Abbild der düsteren Seite des Menschen in seiner reinsten Form. Egoismus, Sexismus, Gewalt und auch die große, verbotene Liebe sind wichtige Leitmotive dieses Animationsfilms. Plympton nutzt dafür geschickt die Macht der Bilder und verwendet, außer dem ein oder anderen Aufschrei, keine Dialoge. Einzig die aussagekräftigen Bilder, untermalt durch eine wilde Musikmischung, helfen den Zuschauer sich in dieser abstrusen Atmosphäre hzurecht zu finden und diese surreale Geschichte mitzuverfolgen. Und das funktioniert anfangs auch noch sehr gut.

Doch aus einer Geschichte voller gescheiterter, missgelaunter und niedergeschlagener Geschöpfe entwickelt sich eine Art Anti-Superheldenstory in einer Gegenwelt ohne Sinn. Ohne zu viel zu verraten, verliert sich IDITOS & ANGELS bald in weiter auf dem Filmaffen…